familien vertrauen

Familienunternehmen brauchen keine perfekte Harmonie. Sie brauchen Vertrauen.

Als Mein Mann sich entschied, das Angebot der Familie anzunehmen und in den Krallerhof zurückzukehren, war ich alles andere als begeistert. Ich habe mich lange dagegen gewehrt, diese Aufgabe zu übernehmen. Zu präsent waren die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Zu groß war die Sorge, wieder in alte Konflikte zu geraten. 

Ich wusste aber auch: Mein Mann würde meine Unterstützung bei der Produkt- und Innovationsentwicklung brauchen. Die ersten Monate waren nicht einfach und irgendwie auch ganz normal, wenn es um Veränderungen geht. Es gab Gegenwind, Missverständnisse und Situationen, in denen ich mich nicht willkommen fühlte.

Eine Person hat mir den Rücken gestärkt: meine Schwägerin Waltraud oder wie wir sie alle nennen: Walli.

Schon sehr früh haben wir ums zusammengesetzt und eine bewusste Vereinbarung getroffen: Wir wollten maximale Offenheit leben. Wenn wir uns nicht wohlfühlen mit Entscheidungen, suchen wir sofort das Gespräch.
Wenn wir uns übergangen, missverstanden oder nicht gesehen fühlen, sprechen wir darüber. Oft genügt eine kurze WhatsApp: "Es ist wieder so weit. Hast du Zeit?"

Dann treffen wir uns an unserem Platz. Und wir bleiben dort sitzen, bis alles ausgesprochen ist. Bis wir die Perspektive der anderen verstanden haben. Bis wir wieder miteinander lachen können. Und meistens endet es mit einer Umarmung. Zu Beginn sind wir oft und lange gesessen, jetzt wird es immer kürzer.
Wir haben über die Jahre etwas aufgebaut, das für nich sehr wertvoll ist: tiefes Vertrauen. Wenn heute jemand zu mir kommt und behauptet, Walli hätte dieses oder jenes über mich gesagt, weiß ich sofort: Das stimmt nicht. Und ich hoffe, sie denkt genauso über mich.
 
Gerade in Familienunternehmen wird oft über Strategie, Rollen und Zuständigkeiten gesprochen. Viel seltener sprechen wir darüber, wie wichtig es ist, sich immer wieder aufeinander zuzubewegen. Einen Code oder Rahmen dafür zu entwickeln. Jemanden, mit dem man ehrlich über Ängste, Ärger, Unsicherheit und Bedürfnisse sprechen kann. Vor allem in familiengeführten Unternehmen!
 
Jemanden, der nicht immer derselben Meinung ist, aber immer dieselbe Absicht verfolgt. Für diese Loyalität, diese Offenheit und dieses Vertrauen bin ich meiner Schwägerin sehr dankbar.

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