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Nicht jede Höchstleistung entsteht aus Begeisterung. Manchmal entsteht sie aus Reibung.

Vor einigen Tagen war Philipp Kaider bei mir im Podcast zu Gast.

Wir durften ihn beim Race Across Amerika 2026 als Hauptsponsor begleiten. Rund 5.000 Kilometer quer durch die USA. Das härteste Radrennen der Welt. Acht Tage, 18 Stunden und 58 Minuten. Etwa 80 Minuten Schlaf pro Tag. Das muss man sich erst einmal vorstellen. Und Philipp gewann das Rennen zum zweiten Mal.

Was viele nicht wissen: Er ging bereits erschöpft an den Start.

Durch die Sponsorensuche in den Monaten davor fehlte ihm genau das, was für so ein Rennen unverzichtbar ist: Regeneration. Er erzählte, dass ihm dieses Mal die Freude fehlte. Die Leichtigkeit war weg. Stattdessen war jeder Tag ein Kampf.

500 Kilometer vor dem Zeil überraschte eine Österreicherin das Team mit Schnitzel und Blaubeerkuchen.

Das Schnitzel war für Philipp natürlich tabu. Der Blaubeerkuchen nicht.

Nach mehr als 4.000 Kilometern freute er sich auf dieses eine Stück Kuchen.

Während er hinten im Betreuerwagen den ersten Bissen aß, bemerkte er, dass einer aus dem Betreuerteam immer unruhiger wurde. Also fragte er nach.
Die Antwort kan ohne Umschweife: "Wir haben doch nicht zwei Wochen Urlaub genommen, um dir beim Blaubeerkuchen essen zuzusehen!"
 
Philipp war wütend. Nach allem, was er bis dahin geleistet hatte. Nach all der Müdigkeit. Nach all den Schmerzen. Traf ihn dieser Satz mitten ins Herz.
 
Voller Wut stieg er wieder auf das Rad. Er fuhr die letzten Kilometer schneller als zuvor, gewann auch die letzten Zeitmessungen und baute seinen Vorsprung weiter aus.
 
Im Podcast sagte Philipp, dass er diesem Betreuer heute dankbar ist. Nicht wegen des Satzes. Sondern weil dieser Moment seine innere Haltung verändert hat.
Das hat mich beschäftig...
Wir sprechen viel über Freude, Sinn und Motivation. Zu Recht. Doch manche Leistung entsteht nicht aus positiven Gefühlen.
 
Manche entsteht aus Ärger. Nicht die Wut macht den Unterschied. Sondern die Richtung, die wir IHR geben.
 
Ich kenne das auch aus meinem eigenen, beruflichen Leben. Manche Kritik hat mich tagelang beschäftigt. Manche hat mich verletzt. Und manches Mal war genau dieser Ärger der Auslöser, etwas besser zu machen, konsequenter zu werden oder einen Gedanken zu Ende zu denken, den ich sonst vielleicht wieder verworfen hätte.
 
Negative Emotionen sind nicht automatisch schlecht. Sie sind Energie. Die Frage ist, ob sie uns lähmen oder antreiben. 
 
Den Podcast mit Philipp Kaider kann ich euch ans Herz legen. Er spricht offen über die schönen Seiten des Sieges, aber noch viel mehr über die vielen harten Momente dazwischen. Über Zweifel, ERschöpfung und die Frage, warum man sich das alles antut.
 
Ich glaube, genau deshalb finden sich Unternehmerinnen und Unternehmer in seiner Geschichte wieder.
 
Nicht jede Höchstleistung beginnt mit Begeisterung. Manche beginnt mit Reibung.

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